Auf dem Weg zwischen Mann und Sein

 

Juerg Kilchherr zieht Bilanz über sein Leben.

 

Die Nulljahre sind vorbei. Was hat Juerg Kilchherr aus Laupen aus ihnen gemacht, nachdem zu Beginn des Jahrzehnts ein Überfall und Verbrechen am helllichten Tage eines Betrunkenen in Zürich, sein Bestreben nach fünften Jahren Zweitausbildung am Tag nach dem Abschluss mit einem Schlag zunichte machte? Er fand einen Weg nach der Tragödie Gutes entstehen zu lassen ohne diese auszuschlachten und sich mit den Wunden abzufinden. Den durch die Wucht der Schläge erlitt er Rückenverletzungen, die auch nach fünf Operationen nicht behoben werden konnten, geschweige den die seelischen Wunden. Trotz eines Diplom der Publizistik stand er vor dem nichts und bekanntlich kommt ein Schicksalsschlag selten alleine. Als seine Erzieherin kurz später starb, ging eine Liebe Kilchherrs, aber nicht eine Leidenschaft, die diese Frau in der Kindheit Juergs durch Spielen und Fantasie gelegt hatte. Trotz der Schmerzen im Körper, dem sozialen Abstieg und Gang durch die Ämter erinnerte sich Juerg Kilchherr wie er als Junge auf dem Bauernhof nahe Murten mit der Frau fabuliert, gezeichnet und gesungen hatte. So begann er noch vor der Expo 2001 mit dem Buch „die Poesie der Menschen“ über Freiburger Persönlichkeiten ohne grossen Namen aus allen sieben Region des Kantons zu schreiben. Die Schmerzmittel waren zwar zu dieser Zeit hoch dosiert, doch die Beschäftigung mit der Kunst war für ihn ein Weg sich trotz der Behinderung zu lieben. Mochte auch ein Teil seiner Seele leiden, die Linderung und Akzeptanz seines neuen Dasein lernte Juerg Kilchherr über die Kunst. Die Selbstliebe drehte sich aus und das gefundene Wissen über die Kunst brachten viele Facetten und Farben ins Leiden und die begehrteste Währung des letzten Jahrzehnts etwas Ruhm ein. Die Erfahrungen mit den Worten wollte er wie andere Dinge im Leben gemeinsam mit Bernern erleben und teilen. Die vierzehntägige Literatursendung auf Radio Rabe und Lora, das elf Jahre dauernde Spagetti essen mit Publikum und Lesen von Nachwuchstalenten im Länggassträff sowie der „literarische Augenblicke - Sonntag in der Laupener Kirche waren Plattformen für viele Berner Künstler.

Spätestens mit dem zweiten Buch „Ménage à trois“ wurde das Ausland auf den Sensetaler aufmerksam und Auftritte in Griechenland, Deutschland, Österreich, Tschechien und Spanien folgten. Auf der iberischen Halbinsel fand er dabei seinen Vater in Barcelona nach 42 Jahren wieder. Nun war er als erwachsener Mann plötzlich Mitglied einer spanischen Grossfamilie, wo die Männer gerne den Macho spielen und ihre jungen Artgenossen nicht mehr so selbstherrlich auftreten, sich Fragen stellen über ihr Dasein angesichts eines neuen Rollenverständnis neben der selbstbewusst werdenden Frau. Diese Beobachtungen und Wahrnehmungen brachten Gefühle hervor, die zum nächsten Kunstprojekt „Mann und Sein“ führten.

Darin zeigt Juerg Kilchherr auf Leinwand im Popartstil Männer in jenen Stunden abseits vom Streben nach Sicherheit, Macht und Wichtigkeit.

 

Medien: Berichte Berner Zeitung, Sensetaler , Mannschaft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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